Orixás
In seinem Buch „Orixás“beschreibt der renommierte Fotograf Pierre Verger die Orixás als Vorfahren mit göttlicher Macht, die zu ihrer Lebenszeit Verbindungen zu bestimmten Naturkräften besaßen und dadurch Kontrolle über die Natur erlangten. Demnach verkörpern die Orixás jeweils einen Bereich der Natur, darüber hinaus aber auch eine Wirklichkeitsebene und einen Aspekt des Seins. Sie werden mit den Symbolen des Kosmos und seinen Naturkräften, z.B. den Winden, den Blitzen, den Wassern, dem Feuer und der Erde assoziiert. Für die Menschen ist ihre immaterielle pure Kraft („ashé“) im Trancezustand spürbar.
Wir stellen hier die 17 in Brasiliens Candomblé
| Exú | Ogum | Oxossi | Ossayin | Obaluaiê | Xango |
| Iroko | Oxumaré | Yansã | Oxum | Logun-Edé | Yemanjá |
| Obá | Yewá | Nanã | Ibejis | Oxaguiam | Oxalufam |
Die Orixás wurden entweder vom dem im Himmel (Orún) ansässigen Gott Olorun erschaffen oder sie lebten wie er bereits dort. Ob alle Orixás Oloruns Kinder gewesen sind oder ob sie sich später auch selber vermehrt haben, ist nicht einheitlich überliefert worden. Für die Menschen ist diese immaterielle pure Kraft („ashé“) nur im Trancezustand spürbar.
Die Orixás wurden von Olorun auf die zu diesem Zeitpunkt noch ungestaltete und wüste Erde (Ayé) geschickt, um die Welt und die Menschen zu erschaffen. Sie erschufen die Welt in vier Tagen (= eine Woche im Kalender der Yourubá). Danach erschufen sie die Menschen und lebten eine Zeit lang mit ihnen zusammen. Später sind ihre Geister wieder in den Himmel aufgestiegen.
Alle Menschen werden unter Einfluss eines bestimmten Orixás geboren und zeigen normalerweise dessen Charakterzüge. Man kann seinen Orixá durch das Befragen des Orakels durch einen Babalorixá herausfinden.
